Gedanken zur Familieninitiative

  • Die progressiven Minister und ihre Gefolgsleute: Möchten die Gesellschaft verbessern, schielen etwas neidisch in den hohen Norden. Vornehmlich in den Städten des Mittelandes zu finden. Ihr Ziel ist es, einheitliche Lebensformen zu schaffen.
  • Die konservativen Minister und ihre Gefolgsleute: Sind eigentlich mit der Situation zufrieden, sowieso ist es hier am besten. Vornehmlich in den ländlichen Gebieten und den Alpentäler zu finden. Ihr Ziel ist es, einheitliche Voraussetzungen zum Leben zu schaffen.
  • Das Volk: Wurde um die Meinung gefragt.
  • Der Hofnarr und Blogger: Versucht Klarheit zu schaffen (und kämpft mit der Rechtschreibung).

Auftakt – Der Initiativtext

Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 wird wie folgt geändert:

Art. 129 Steuerharmonisierung Abs. 4 neu

4 Eltern, die ihre Kinder selber betreuen, muss für die Kinderbetreuung mindestens ein gleich hoher Steuerabzug gewährt werden wie Eltern, die ihre Kinder fremd betreuen lassen.

(Steuerabzug Selbstbetreuer >= Steuerabzug Fremdbetreuung.)

Kapitel 1 – Über die Gerechtigkeit

Gegner wie Befürworter argumentieren basierend auf Gerechtigkeit – wie kann das sein. Je nach Verständnistiefe von Zusammenhängen (Level I-III) spricht die Gerechtigkeit für oder gegen die Initiative.

Level I (35% der Wähler): Gleich Förderung für beide Modelle

Selbstbetreuung soll ebenso gefördert werden wie Fremdbetreuung. Folge dessen sollen beide den gleichen Steuerabzug erhalten. -> Pro Initiative.

Level II (20 % der Wähler): Abzug nur für das Modell, wo auch Steuern bezahlt werden.

Nur bei dem der Fremdbetreung entsteht bei der Arbeit Lohn und folge dessen Einkommensteuern. Also kann auch nur dann ein Abzug gewährt werden. -> Contra Initiative.

Eine Beispiel anhand einer Vergleichstabelle

Fremdbetreuung Eigenbetreuung
Arbeit Privatwirtschaft Kinderbetreuern
Lohn erhalten von Privatwirtschaft Sich selbst
Ausgaben für Kinderbetreuung an Krippe Sich selbst
Geldfluss real Ja Nein
Wird versteuert Ja Nein
Wird versteuert Ja Nein
Kann von den Steuern durch Abzug befreit werden Ja Nein

Level III (5% der Wähler): Steuern auf Einkommen ist der Normalfall.

Steuern auf dem Austausch von Dienstleistungen entspricht der Grundidee der Einkommenssteuer (und MwSt.). Externe Kinderbetreuung davon zu befreien, schafft nicht Gerechtigkeit sondern ist eine Fördermassname. Wenn schon Förderung (dh eine Ausnahme von der gängigen Praxis), dann für beide Modelle. -> Pro Initiative.

Eine Beispieltabelle soll dies verdeutlichen. Dabei wird immer davon ausgegangen, dass eigen und externe Durchführung gleich effizient sind und zu gleichen Kosten durchgeführt werden: Wer eine 1h eine externe Dienstleistung in Anspruch nimmt und dafür CHF 25 bezahlt, kann dafür 1h länger Arbeiten und verdient dafür CHF 25. Da die Person aber auf dem Einkommen und der Dienstleistung 20% Steuern bezahlt, hat er am Ende der Stunde CHF 5 mehr ausgegeben als die Person, die die Tätigkeit selbst ausgeführt hat.

Tätigkeit Kann extern durchgeführt werden durch Verlust bei externer Durchführung durch Steuern Wird von Steuern befreit Kann bei Eigendurchführung äquivalent von Steuern abgezogen werden
Haare Schneiden Coiffeur Ja Nein Nein
Gartenarbeit Gärtner Ja Nein Nein
Putzen Putzkraft Ja Nein Nein
Nahrungsproduktion Bauer Ja Nein Nein
Nahrungszubereitung Koch/Fertigfood/Kantine/Restaurant Ja Teilweise Teilweise
Kinderbetreuung Kita/Nanny Ja Ja Nein

Die restlichen Wähler argumentieren nicht über die Gerechtigkeit.

Weitere Kapitel folgen…

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