{"id":10,"date":"2009-12-15T12:00:07","date_gmt":"2009-12-15T12:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.simon-christen.ch\/wordpress\/?p=10"},"modified":"2011-07-31T16:11:52","modified_gmt":"2011-07-31T16:11:52","slug":"studentenproteste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.simon-christen.ch\/?p=10","title":{"rendered":"Studentenproteste"},"content":{"rendered":"<p>Die Studenten protestieren &#8211; ein nicht ganz ernst zu nehmender Beitrag:<\/p>\n<p>In den letzten Wochen haben an verschiedenen Universit\u00e4ten studierende gegen Bolognia demonstriert &#8211; auch ich erhielt ein Flugblatt zusammen mit der m\u00fcndlichen Aufforderung zur Demonstration.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich eigentlich nicht von negativen Reformen umgeben (ich weiss ja auch nicht, wie studieren vor Bologna war), deshalb kann ich die Proteste nicht kommentieren. Trotzdem nehme ich sie zum Anlass f\u00fcr ein kleines Gedankenexperiment* \u00fcber die Schweizer Bildungslandschaft:<\/p>\n<h1>Hochschulabsolventenquote<\/h1>\n<p>In letzter Zeit wurden in den Medien vermehrt Rufe nach einer h\u00f6heren Hochschulabsolventenquote in der Schweiz laut. Dies weil sie im Internationalen Vergleich doch eher tief liegt.<\/p>\n<p>Gerade vorneweg: Ich denke, dass die Schweiz in diesem Bereich nicht ein Quotenproblem sondern ein Selbstwertproblem hat. Tats\u00e4chlich ist die Arbeitswelt und somit auch die Ausbildung einem stetigen Ver\u00e4nderungsprozess unterworfen, doch die anstehenden Probleme werden mit mehr Universit\u00e4tsstudenten nicht gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde die Berufsausbildung in auf einer Achse** grob so darstellen: (nat\u00fcrlich w\u00e4ren auch noch andere Achsen denkbar)<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Praxis<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Theorie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Berufslehre<\/td>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p align=\"center\">Weiterf\u00fchrende Schulen&#8212;&#8211;<\/p>\n<p align=\"center\">&#8212;H\u00f6here Fachschulen&#8212;<\/p>\n<p align=\"center\">&#8212;&#8212;Fachhochschulen<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td>Universit\u00e4t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dabei stellt diese Tabelle nicht ein besser\/schlechter dar, sondern ein Aufteilen in Bereiche, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Das die Berufslehren ein wichtiges Standbein der Schweizer Gesellschaft sind bezweifelt niemand. Die Exportst\u00e4rke der Schweiz (insbesondere <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/List_of_countries_by_exports_per_capita\">pro Einwohner<\/a>, die Hafen- und Erd\u00f6lstaten mal abgesehen) ist ein Resultat davon.<\/p>\n<p>Auch die Universit\u00e4ten der Schweiz sind gut. Doch gerade hier ist oft ein Selbstwertkomplex vorhanden. Letztlich bin ich auf folgende interessante <a href=\"http:\/\/www.cwts.nl\/ranking\/top100_green_lst.html\">Statistik<\/a> gestossen: Verglichen wird die Zitierh\u00e4ufigkeit von Publikationen gewichtet mit der Zitierh\u00e4ufigkeit im jeweiligen Fachgebiet einer Universit\u00e4t. Dies sagt zwar nichts \u00fcber die Lehre aus, doch dass starke Auftreten der Schweizer Unis zeigt, dass zumindest die Qualit\u00e4t der Forschung nicht so schlecht sein kann.<\/p>\n<p>Der wichtigste Bereich ist aber die Mitte &#8211; und gerade hier sehe ich vielleicht am meisten Verbesserungspotential.<\/p>\n<h2>Warum ist jetzt eine h\u00f6here Universit\u00e4tsabsolventenquote nicht immer besser?<\/h2>\n<ul>\n<li>Weil es die Qualit\u00e4t der Unis gef\u00e4hrdet:<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht das nicht gen\u00fcgend Personen eine Theoretische Ausbildung absolvieren k\u00f6nnten, doch diese muss von der Wirtschaftsleistung eines Volkes getragen werden. Gibt es mehr Unistudenten, muss der Beitrag einer Universit\u00e4t zu Wirtschaftsleistung steigen. Das heisst, die Ausbildung muss schneller und konkreter vonstatten gehen (Bachelorabschluss?). Wenn aber eine Uni zur Berufsausbildungsinstitution wird ist das grunds\u00e4tzlich kein Problem, es ist dann einfach keine Uni mehr.<\/p>\n<p>Denn eine Uni definiert sich (meine Interpretation) \u00fcber drei Aufgaben:<\/p>\n<ul>\n<li>Vorw\u00e4rtstreiben der Theorie<\/li>\n<li>Ausbilden von Leuten, die die Theorie in die anderen 2 Bereiche weitertragen<\/li>\n<li>Ausbilden von Berufen, die sehr nahe an die Theorie gebunden sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weil es aber Unis braucht, lasst uns doch einfach mehr Berufsausbildungsinstitutionen schaffen!<\/p>\n<h2>Was ist dann zu tun?<\/h2>\n<p>Ein erster Punkt ist sicher schon im bisherigen Text zur Geltung gekommen: Vermehrte Ausbildung im mittleren Bereich.<\/p>\n<p>Ein zweiter Punkt ist der Zugang zum mittleren Bereich: (Dieser Abschnitt ist nur gerade ein spontaner Gedanken, nicht durchdacht.)<\/p>\n<p>Im letzten Jahrzehnt wurde schon viel in diesem Bereich verbessert: Die M\u00f6glichkeit zum Wechsel zwischen den drei Bereichen.<\/p>\n<p>Vielleicht m\u00fcsste man am direkten Zugang noch etwas \u00e4ndern, in etwa so:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Praxis<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Theorie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Berufslehre I<\/td>\n<td>\n<div align=\"center\">&#8212;Berufslehre II&#8212;<\/div>\n<\/td>\n<td>Gymnasium<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fortbildung<\/td>\n<td>\n<div align=\"center\">\n<p align=\"center\">Weiterf\u00fchrende Schulen&#8212;&#8211;<\/p>\n<p align=\"center\">&#8212;H\u00f6here Fachschulen&#8212;<\/p>\n<p align=\"center\">&#8212;&#8212;Fachhochschulen<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td>Universit\u00e4t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Damit meine ich einen zweiten Typ Berufslehre der vielleicht aus 3 Tagen Schule und 2 Tagen Betrieb besteht. Somit k\u00f6nnte gezielter Ausbildung auf die Theorie (Mathematik-&gt; Ingenieure, Sprache -&gt; Lehrer, Wirtschaftslehre -&gt; Managementschulen) der nachfolgenden Terti\u00e4rstufe gelegt werde.<\/p>\n<p>Vorher habe ich im Zusammenhang mit der Berufsausbildung die starke Schweizer Exportwirtschaft genannt. Ein zweiter wichtiger Punkt daf\u00fcr ist die Innovationskraft. Darum sollte die Innovation auf allen ebenen gest\u00e4rkt werden. Ein Mittel dazu sehen ich in mehr Reputation von Innovation auch auf nichtuniversit\u00e4tsstufe in den Medien.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<ul>\n<li>Schwerpunkt der Entwicklung und h\u00f6here Absolventenzahlen sollte im mittleren Bereich stattfinden.<\/li>\n<li>Einige fordern mehr Hochschulabsolventen. Ich fordere mehr Ausbildung zur Innovation, und die findet auf allen Ebenen der Ausbildung statt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ach ja, und was machen wir jetzt f\u00fcr die Internationalen Rankings bez\u00fcglich der Hochschulabsolventenquote?<\/p>\n<p>Ich finde das ein Lehreabsolvent den Titel &#8222;Junggeselle&#8220; bei weitem und der Meisterpr\u00fcfungsabsolvent den Titel &#8222;Meister&#8220; offensichtlich verdient hat. Konkret fordere ich den Bachelor und Masterabschluss auch f\u00fcr Absolventen im praktischen Bereich. Erstens weil ich es nichts als konsequent finde, dass man ihn im 1. Bereich auch einf\u00fchrt, und zweitens, weil es zu einer st\u00e4rkeren Gesellschaftlichen Anerkennung der Lehrberufe f\u00fchrt (Welche Hollywoodsche Medienbegriffswolke Highschool, Campus, College, Ranking etc etwas geschw\u00e4cht wurde.)<\/p>\n<p>Und eben, dass Hochschulabsolventenquotenproblem (welches ja rein eine Formsache ist) w\u00fcrde mit diesem Schritt (welcher ja auch rein eine Formsache ist) gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Somit:<\/p>\n<ul>\n<li>Nicht irritierenlassen von der Hollywoodsche Medienbegriffswolke Highschool, Campus, College, Ranking etc<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* Dieser Begriff steht f\u00fcr folgende Gedankenkette: Deutsches Wort im englischen Wissenschaftswortschatz -&gt; Bewussteres Aufreten des Mitteleurop\u00e4ischen Dualen Bildungssystems \ud83d\ude42<\/p>\n<p>** Es ist mir klar, dass diese Unterscheidung manchmal schwierig ist. Z.b. P\u00e4dagogik: Theorie oder Praxis?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Studenten protestieren &#8211; ein nicht ganz ernst zu nehmender Beitrag: In den letzten Wochen haben an verschiedenen Universit\u00e4ten studierende gegen Bolognia demonstriert &#8211; auch ich erhielt ein Flugblatt zusammen mit der m\u00fcndlichen Aufforderung zur Demonstration. 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