Neue Blume? – !

Oftmals werde ich gefragt, was mir an Addis Abeba (Neue Blume) gefällt. Dem Ende meines Aufenthalts entgegen schauend, wird es Zeit, Bilanz zu ziehen (über die Stadt, nicht den Aufenthalt im allgemeinen.)

Artikel ist noch unter Bearbeitung, bei neuen Ideen werde ich ergänzen…

I choenti ueber viles laeschtere (die regumaessige stromusfau, ds wasser wo fasch jede morge nam zmorge nuem funktionniert, d ching wo eim wei ds bortmone chlaue, streunendi hueng wo jede morge es konzert gae, luet wo so mir nuet dir nuet zmitz uf d stras brunze, wisi zum teil mit de tier umgoe), viles isch katastrophau (d luftqualitaet, die vile aute outos, ds faele vor kanalisation) und viles geradezu schockierend (d armuet vo de luet, verchruepleti meitschi wo sech bi stoemendem reage ufem hosebode mit crocks schua a dae hang duer d glunge duere ae waeg duer d moenschemasse kaempfe, elephantasius und risetumore am loufmeter.) Dr zue chuent das viles o eifach eher standart isch (d lanschaft isch nid irgendoeppis psungers (monokulture mit eukaliptusboeim), dr staernehimu odr dr horizont gsehtme sowieso nie, u dr vo dae amis oftmals gruemt forenji food (boerger&pizza) isch zwar guenstig, hetmi aber itz ono nid us de socke ghoue. Doch i wott hie rueme:

Ich werde versuchen, die Blumen die ich hier gefunden habe zu einem Strauss zu binden:

was schoen ist (aber auch zu erwarten war)

Diese Punkte sind sehr lobenswert, sie schaffen es aber nicht ganz in die nachfolgenden Topkategorien da ich sie schon ähnlich in anderen Ländern (>3MT Aufenthalt: England, Brasilien, Südostasien) erlebt habe. Trotzdem erwähne ich sie um zu sagen dass es auch hier so ist:

  • Das lokale Essen:
    Letzten Sonntag habe ich zum ersten mal richtig gutes Injera gehabt :-).
  • Die Gastfreundlichkeit:
    War Teil des guten Injeras :D

was mich überrascht

  • Die Telekom:
    Handy funktioniert, ja selbst mobiles Internet (3G) ist überall zu sehr günstigen Tarifen erhältlich. In einer Stadt wo Strom und Telekom kreuz und quer wie Waescheleinen gezogen sind und bei einem Gewitter hie und da ein Unterwerk hochgeht grenzt dies geradezu an ein Wunder.
  • Das Minibussystem:
    Für viele mag das Minibussystem etwas altertümlich erscheinen, doch wenn man es etwas genau anschaut ist es unglaublich effizient: Noch selten habe ich so wenig auf ein Bus gewartet und noch selten wurde ich so nahe an meine Zieldestination gebracht. Und wenn man sich vorstellt, nicht mal eine zentrale Verwaltung notwendig ist (jeder Bus agiert autonom, keine Tickets, hoher Wettbewerb) ist es eigentlich sogar sehr modern.

was mich amüsiert

  • Die Tiere auf der Strasse:
    Ach wie herrlich wenn sich wieder mal ein Ochse auf der Autobahn verirrt oder ich mich auf dem Gehsteig plötzlich inmitten einer Herde Schafe befinden – der Tag ist gerettet.

was mich begeistert

  • Die ”die Welt wird besser” Einstellung:
    Ich habe hier unter den Forenjis die Umfrage gemacht: 95% glauben, dass die Welt schlechter wird (1 Person votierte für den Status quo). Gut möglich das dies die aktuelle Wirtschaftssituation in den Staaten widerspiegelt.
    Nicht so die Äthiopier: die Welt wird besser, man glaubt an medizinischen Fortschritt, die Technologie, die Freiheit.
  • Tomaten:
    Nun weiss ich das es Tomaten gibt die wirklich nach Tomaten schmecken. Allgemein ist das Gemüse sehr gut.

was Weltklasse ist

  • Die Schönheit der Menschen:
    In top Form sind viele (liegt wohl am vielen Gehen und gesunden Essen), nicht ausgehungert aber schlank/zierlich. Zusammen mit dem aufrecht/stolzen Gang, dem sanften Profil (und fairer-halber zu erwähnen) dem jungen Bevölkerungsdurchschnitt, ergibt dies eine noch nie gesehene Dichte an Schönheiten.
  • Der Friede:
    Fuer mich das Wunder Afrikas: Trotz riesiger Einkommensunterschiede und all den negativen Folgen: Ich habe noch nie einen Ansatz von Gewalt in der Straße beobachten könne. Klar gibt es Trickdiebstahl, aber dies wird nur von einer Minderheit akzeptiert. Selbst nach Mitternacht habe ich mich nie unsicher auf den Strassen gefühlt. Ich würde behaupten, dass Addis sicherer als manche Stadt in Europa/Nordamerika ist.*

*Achtung: Nur weil das Risiko klein ist, heisst dies nicht, dass nichts passieren könnte: Vorsicht ist immer geboten; Gelegenheit macht den Dieb, der auch vor Gewalt nicht zurückschrecken würde. Auch brodelt es  im Vielvölkerstaat (letzen Freitag war gerade eine Demo mit Schiesserei. Dies ändert aber nichts daran, dass die Grundstimmung sehr friedfertig ist.).
Nebengedanken: Gut möglich das diese unglaubliche Stärke (akzeptieren eines Schicksals) auch manchmal ihre Kehrseite hat (Wohlstandentwicklung).